Brunnen in Eschborn!

Und noch etwas ist interessant!
Die Trockenheit, die ist gebannt.
Ne Menge Brunnen spenden Wasser.
Doch es geht weiter, es wird nasser.

Den Weiher in den Oberwiesen
könnt man schon lange Zeit genießen.
Jedoch am Sportplatz kam als Clou
ein Doppelweiher noch dazu.
Ihr seht, der Stadt ist nix zu deier:
"Jedem Bürger seinen Weiher!"

Lernt Schwimmen Bürger, das ist wichtig,
denn ist der Mensch auch noch so tüchtig,
in diesen Zeiten sagten schon die Alten,
muß man sich über Wasser halten.

Für den Einen zu langsam,
dem Andren zu schnell
wurd unser Schwimmbad erneut aktuell.

Es schlug schon Wellen, wie mir schien,
hoch durch die Lüfte, bis nach Wien.
Dem war's zu groß, und jenem zu klein,
und mancher, der stört sich am Schützenverein.

Laßt die unterm Becken ihr Pulver verschießen,
bei Treffer nach oben, da fängst an zu gießen,
und dann kommt was neues, zwischen räger und Stützen,
hätt Eschborn dann schwimmende Schützen.
Ein Gaudi für München - olympische Pflicht -
es wäre zu wünschen, doch jede Kugel, trifft ja nicht.

Das aale Gelersch
oder: Sperrmüll in Eschborn

Der erste Dienstag im Quartal
gilt hier in Eschborn als Signal,
wo man ohne jeden Preis
Sperrmüll los wird, zentnerweis.
Schon abends vorher staun sich Mengen
von dem Gelersch auf Weg und Gängen.

Nippesfiguren,
kaputte Uhrn,
alte Öfen, noch voll Schlacke,
Kottlets, die zu hart gebacke,
ausgediente Sockenhalter,
abgewetzte Raumgestalter,
Ondolierschern, leicht gebraucht,
Tabakspfeifen, halb geraucht,
Tränkeimer für Ochs und Kuh,
es Pferdehalfter noch dazu,
Wagenräder samt de Achse,
und weil auf Äcker Häuser wachse,
lag bei diesem Allerlei
die Pflugschar auch noch mit dabei.

Ein Wahrsager braucht Kaffeesatz
und auf de Schulter e schwarz Katz,
wenn er in die Zukunft schaut.
Ich hab am Sperrmüll meine Freud.
Aus seinem Inhalt kann ich deute
was sich so alles braut.

Erst neulich sah ich schöne Sessel,
der Bezug vom besten Nessel,
gut erhalten Stücker drei,
ein Diwan war auch dabei.
Dazu ein Schrank, solid und schwer,
im gleichen Stil ein Sekretär.

Ein Buch mit Titel "Armut schändet nicht".
Sofort ging es mir auf, das Licht:
Hier war bestimmt vor ein paar Wochen
der Wohlstand plötzlich ausgebrochen.

Woanders lag in alten Taschen
zwanzig leere Schambusflaschen.
Und eine Menge bunter Dosen,
einst zum Inhalt scharfe Soßen.

Auf einer las ich Kaviar.
Da war für mich schon alles klar:
Hier hat ein Junggesell manch Nacht
in angenehmer Weis verbracht.

Jüngst stand, welch neckisches Idyll,
ein Schlafzimmer im Sperrgutmüll.
Es war nicht mehr von neustem Stand,
das lag hier deutlich auf der Hand.

Der Schrank stand schief, ihm fehlt ein Bein,
und hoch auf der Kommode Schrein
hatte ein Schelm ganz ungeniert
das Nachtgeschirr genau platziert.

Und die Matratzen, welche Qual,
von Berg zu Berg, von Tal zu Tal.
Die Sprungfedern, was hatten die gelitten,
und ganz besonders in den Mitten.

An ihnen sah ich ganz genau,
welch Bett dem Mann, und was der Frau.
Bei diesem Anblick wurd sofort mir klar,
dies Schlafzimmer gehörte einem "Silber-Paar".
Denn fünfundzwanzig Jahre Sturm und Ehgebraus,
hält auch das beste Bett nicht aus.

1200 Jahr-Feier mit Stadterhebung

Eschborn ist orientiert.
Die Straßen asphaltiert,
mit Säulen wohlverziert.
Die Damen gut frisiert.
Die Bürger integriert,
und bestens informiert,
und es wird diskutiert.
Die Häuser gut sortiert,
zum Teile schon saniert.
Das ging ja wie geschmiert,
und hat mich inspiriert.
Als Motto sei creiert,
und von mir jetzt serviert:

Was sonst nicht allzu oft passiert,
das gibt's in Eschborn, konzentriert!!

Jetzt sind wir Stadt, Helau ihr Städter!
und Eschborn, das wird täglich netter.
Als Prunkstück strahlt mit 1000 Lichter,
die Stadthall, und die Narrngesichter.

Man kann auch ohne Frage,
"Teure Liebste" zu ihr sagen.
Der Saal geht dreimal abzusenken,
man braucht kein Hals mehr zu verrenken,
und endlich, so was ist zu lobe,
gibt es auch Raum für die Garderobe.

Von jedem Platz ist gut zu sehen,
und alles prima zu verstehen.
Hoffentlich tut das so bleiben.
Denn ohne hier zu übertreiben,
in Mikrophone mehr und minder,
sind wir doch all gebrannte Kinder.
Die Lautsprecher so Stücker vier,
sie hängen links und rechts von mir.

Sogar die Luft ist angenehm,
und jeder Bürger kann bequem,
ohne Frieren, und ohne Schwitzen,
auf 120 Mark-Stühl sitzen.

Geschirr, Bestecke, scharf geschliffen,
die sind im Preis mit einbegriffen.

Was sonst nicht allzu oft passiert,
das gibt's in Eschborn, konzentriert!

Im Juni war Jahrhundertwetter,
himmelblau, kein Donnerwetter.
Die Stadt zeigt sich im schönsten Kleide,
für jeden eine Augenweide.
Und da der Wohlstand ausgebrochen,
feierte man fast zwei Wochen.

Am Anfang stand die Stadterhebung,
ein Fest in festlicher Umgebung.
Hans Georg, unser Steuermann,
begrüßte alle Frau und Mann.

Den Hessen-Oswald an der Spitze.
Die Menge riß es von dem Sitze.
Sogar die Opposition,
die zollte unserm Wehrheim Lohn.
Minister gaben sich die Hände
und ihre Reden füllten Bände.

Dann stürzte sich die haute volee
hungrig an das Festbuffet.
Selbst jene jungen Juso eilten,
nachdem sie ihrn Protest verteilten.

Ich sah sie später durch zwei Lücken,
genüßlich ihren Teil verdrücken.
Als Beispiel, beinah exemplarisch:
beim Futtern war man solidarisch.

Was sonst nicht allzu oft passiert,
das gibt's in Eschborn, konzentriert!

Ein Festzelt groß, und doch zu klein,
denn jeder wollte dort hinein,
um Künstler, Sänger zu genießen
und warmes Bier hinab zu gießen.

Und frisch vom Schwarzwald importiert
gab's Kirsch, hochkonzentriert,
in Schwarzwaldtracht serviert.
Auch den hab ich probiert.

Freibier gab's in rauhen Mengen,
man schluckte es auf Straß und Gängen.
Der Bürgermeister unser Ass,
schlug den Spund ins erste Fass.

Und wer nicht schnell von dannen flitzt,
der wurde kräftig naß gespritzt.
Doch er genoß den Spaß mit Würze,
ihn schützte eine Lederschürze.

Als Blattschuß unsrer Jagdgenossen
schmorte ein Ochs auf Eisensprossen.
Das Unterort war eine Kneipe
und drehte alles um die Scheibe.
Selbst Pfarrer Schulz und Debusmann,
die stießen mit dem Freibier an.

Auch:
Sperrmüll in Eschborn - eine Geschichte, direkt aus dem Leben erzählt.