Im Zeichen des Eisernen Kreuzes

Dienststelle
Feldpostnummer 37 263

O.U., den 31 .Juli 1943.

 

Liebe Familie Habscheid!

Mit unserem heutigen Schreiben haben wir eine traurige Pflicht zu erfüllen. Wir müssen Ihnen mitteilen, dass Ihr Sohn und unser lieber Kamerad, der Obergefreite Rudolf Habscheid, im Kampf um Deutschlands Grösse und Freiheit an der Ostfront am 26.Juli 1943 in soldatischer Pflichterfüllung, getreu seinem Fahneneid, für das Vaterland den Heldentod gestorben ist.

 

Am 26.Juli 1943 griff der Russe mit starken Kräften unsere Stellungen an. Bei  den harten Abwehrkämpfen wurde Ihr Sohn von den Splittern einer feindlichen Granate am Kopf getroffen und war sofort tot. Auf dem Heldenfriedhof in Chwastowitschi wurde er zur letzten Ruhe gebettet. Das Einzelgrab haben wir mit Kreuz und Inschrift versehen.


Ich spreche Ihnen mein persönliches sowie das Beileid der gesamten Kompanie aus. Wir alle werden Ihrem Sohne auch über den Tod hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren. Er war ein lieber und guter Kamerad und deshalb auch bei allen sehr beliebt. In allen Kämpfen hat er sich stets mutig und tapfer geschlagen.

Möge die Gewissheit, dass Ihr Sohn sein Leben für die Grösse und den Bestand des Vaterlandes hingegeben hat, Ihnen ein Trost sein in dem schweren Leid, das Sie betroffen hat.
 

Es grüsst Sie in aufrichtigem Mitgefühl
 

Ihr

K. Klemm (Unterschrift)

Oberleutnant und Komp.-Führer.

 

 

 

Die Wertsachen, die Ihr Sohn noch bei sich trug, werden Ihnen gesondert per Einschreiben zugesandt.




Mit 23 Jahren war dieser junge deutsche Soldat bereits “gefallen”, im fernen Rußland, “getreu seinem Fahneneid, für das Vaterland” - von “für Führer, Volk und Vaterland” war im Kondolenzbrief seines Kompanie-Führers an die Eltern niOG Rudolf Habscheidcht (mehr?) die Rede.

Wie schon der Kompanie-Führer verzichtete auch der Ortsgruppenamtsleiter bei der Weiterleitung einer Abschrift auf den “Deutschen Gruß”. Es ging schon so - man wollte wohl die Hinterbliebenen nicht weiter provozieren. Stalingrad lag damals schon hinter uns.

 

Das war die traurige Realität des III. Reiches - Millionen Opfer aus aller Herren Länder. Kaum einer dieser jungen Männer ging freiwillig zum Barras - nur der Stellungsbefehl zwang sie auf den Weg in Verkrüppelung, Tod und Untergang.

Doch Götz Aly erklärt uns die Welt - wie sie eben nicht war... - typisch für einen Nachgeborenen und Besserwisser.