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Verstrickung wird öffentlich Porträtband wird über Erich Mix informieren Von Gaby Buschlinger
Die Stadt Wiesbaden stellt sich nun doch ihrer braunen Vergangenheit. Der ehemalige Oberbürgermeister Erich Mix, dessen Porträt in der Ahnengalerie früherer Oberbürgermeister hängt, wird nicht weiter kommentarlos im Treppenaufgang hängen. Mix war nicht nur Stadtoberhaupt während der NS-Zeit, sondern auch SS- Standartenführer. Das derzeitige Info-Täfelchen verschweige Mix' Verstrickungen in den Nationalsozialismus und seine Beteiligung an Enteignungen von Juden, empört sich der SPD-Stadtverordnete Peter Schickel. Dessen Oppositions-Fraktion hat nach einem Bericht der FR im Januar, der diese Tatsache aufdeckte, daraufgedrängt, diese Informationen nicht länger der Öffentlichkeit zu verschweigen.
Broschüren zum Mitnehmen
Die Sozialdemokraten haben sich jetzt durchgesetzt. Der Kulturausschuß hat laut Schickel einstimmig beschlossen, daß ein Band mit Porträts von allen sechs Alt- Oberbürgermeistern angefertigt und öffentlich ausgelegt wird. Zudem sollen kleine Broschüren zu jedem einzelnen Politiker zum Mitnehmen erstellt werden. Das Kulturdezernat solle zudem prüfen, ob die Hinweistafeln unter den Porträt-Bildern erweitert werden können. Die Internetseite der Stadt solle ergänzt werden.
Ganz zufrieden ist der SPD-Abgeordnete Schickel mit dem Erfolg dennoch nicht. „Eins hat weh getan", sagte er der FR. So habe die regierende Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen darauf bestanden, folgenden Satz aus dem Antrag zu strichen: „Speziell im Falle Dr. Mix ist seine erhebliche Verstrickung in den Nationalsozialismus ungeschminkt offenzulegen." Insbesondere die Liberalen und Christdemokraten hatten bei diesem Passus Bauchschmerzen, da Mix 1946 in die FDP eingetreten war und seine politische Karriere fortsetzte. 1954 wählten auch die Unionspolitiker den ehemaligen SS-Mann erneut zum Oberbürgermeister. Eine Entfernung von Mix' Porträt stand nie zur Debatte. Er gehöre nun mal zur Geschichte der Stadt, sagt Kulturdezernentin Rita Thies.
Frankfurter Rundschau – 8.9.07 - mit freundlicher Erlaubnis der FR
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