Museum als Kulturzentrum

ESCHBORN. Die Funde des alamannischen Gräberfelds bei Eschborn im Jahr 1983 waren der entscheidende Anschub, das Eschborner Stadtmuseum einzurichten. Es wurde 1989 eröffnet, ein moderner Bau aus Stahl und Glas, gleich neben dem Stadtarchiv, das in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus — der ehemaligen Gaststätte Zur Krone — untergebracht ist.

Zum festen Grundstock des Museums gehören auch die Bilder des Eschborner Malers Hanny Franke, die dessen Witwe dem Haus vermachte. Im Obergeschoss ist ein Querschnitt seines Werkes und Teile seines Ateliers zu sehen.

Schließlich holte Museumsleiter Gerhard Raiss die Funde der ehemaligen Eschborner Turmburg, die in Kronberg lagerten, ins Haus. Funde aus der Bronzezeit und das Bonifatiuskreuz, das früher in der Eschborner Feldmark stand, ergänzen den Bestand.

Wechselausstellungen, Konzerte und Lesungen gehören zum Jahresprogramm, das vorwiegend lokale Schwerpunkte bietet. So wurde Anfang 1990 die Reihe „Eschborner musizieren für Eschborn" ins Leben gerufen; inzwischen steht das 38. Museumskonzert bevor. „Eschborner malen für Eschborn" heißt die zweite Reihe, in der auch Schulerarbeiten gezeigt werden. Unter dem Motto „Eschborner schreiben für Eschborn" wird seit fünf Jahren im Advent eingeladen, dieses Mal am 5. Dezember zu Gedichten und Prosa. Zwischendurch ergänzen historische Ausstellungen oder Vorträge das Programm, 100 Jahre SPD hatten hier genauso ihren Platz wie die Seidenmalerei aus der französischen Partnerstadt Montgeron.

Die Frankfurter Sparkasse als Hauptsponsor finanziert mit 10000 Mark jährlich ein Drittel der Veranstaltungskosten und steuert eigene Ausstellungen zum Programm bei — etwa über den Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze. Aktuelles Beispiel sind die Münzen und Medaillen zum Goethe-Jubiläum, die bis 31. Oktober [1999] zu sehen sind. re

Das Museum am Eschenplatz ist mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung geöffnet, Tel. 06196/490232.

Frankfurter Rundschau - 9.1999
22.6.05