IV. Die von Hesscheburnen.

Der Geschlechtsname der Herren dieses bescheidenen Burgstadls taucht urkundlich zum ersten Male auf im Jahre 1190. Damals trugen die Söhne Walters von Hesscheburnen vom Edlen Werner von Bolanden dessen Mühle und Allodien im benachbarten Oberliederbach zu Lehen. In demselben Jahre belehnt der Bolanden die „von Eschborn" mit der Vogtei über die Besitzungen des Mainzer Stephanstiftes zu Schlossborn im Taunus nördlich von Königstein. Später finden wir dieselbe Vogtei in den Händen der von Kronberg. Den Vater Walter dieser damals schon grossjährigen Söhne dürfen wir um 40 Jahre früher ansetzen. Wir stellen mithin diesen ersten Begründer der urkundlichen Geschlechtsreihe der Eschborne, soweit sie aus den uns erhaltenen Nachrichten ermittelt werden konnten, auf: als einziges Glied der

Ersten Geschlechtsreihe
Walter I (1) von Eschborn*) um 1150.
Zweite Geschlechtsreihe. Eschborne.
1. Wigand I (2) de Askeburnen; 1192.
2. Franko I (3) von Esschenburnen ; 1190 — 1228.
3. Hartmut I (4) von Aschiburne; 1190 — 1223.
4. Walter II (5) von Asceburne; 1215—1220.

*) Die römischen Zahlen bedeuten die Reihenfolge der Geschlechtsglieder mit gleichem Vornamen; die arabischen laufen bei allen Männern durch, zur leichteren Auffindung in den angeschlossenen Stammtafeln. Mit den Hülfszahlen (17a, 35b) haben sich diejenigen Geschlechtsgenossen begnügen müssen, die verspätet auftauchten nachdem die langen Reihen bereits im Texte und auf den Stammtafeln durchgeführt waren. Die den einzelnen Geschlechtsgliedern beigesetzten Jahreszahlen bezeichnen den Anfang und das Ende ihres urkundlichen Auftretens.

Erste und zweite Geschlechtsreihe. Eschborne. 1150—1254.

1. Wigandus I (2) de Askeburnen, miles,
erscheint 1192 als Burgmann zu Eppstein. Dass er einer der Söhne Walters I (1) gewesen, ist urkundlich nicht bestätigt.
2. Franko I (3) de Esschenburnen, 1190—1228, Sohn Walters I; er gehörte wohl zu den Bolandischen Lehensträgern in Oberliederbach. Franko bezeugt 1219 eine Urkunde, in der Sigfried II, Erzbischof von Mainz, (ein Eppsteiner) als Reichskanzler bestätigt, dass Kaiser Friedrich II (1213—1250) die Kirche zu Wiesbaden dem Deutschen Hospitale Sce. Marie in Jerusalem geschenkt habe. Dasselbe bezeugt Hartmudus I (4) de Esschenburn. Am 29. Juli 1220 erscheinen abermals als Zeugen Sigfrieds II: Hartmudus (I 4) et frater ejus. Nach gleicher Wahrscheinlichkeit war letzterer entweder Frank I (3) oder Walter II (5). Zuletzt tritt Franko auf als Zeuge in zwei Urkunden Kaiser Friedrichs II, aus dem Jahre 1228, zu Wetzlar.
3. Hartmut I (4) de Aschiburne, 1216—1223, ein anderer Sohn Walters I (1), Bolandischer Lehnsträger 1190. Er erscheint in einer Urkunde des Erzbischofs Sigfried II von Mainz aus dem Jahre 1216. Am 21. Februar 1219 finden wir ihn in der Umgebung Kaiser Friedrichs II zu Speyer, als Zeugen und Siegler auf zwei Urkunden. Am 26. November desselben Jahres tritt abermals Hartmudus (I 4) de Askeborne als Zeuge auf. Er steht — in unverbrüchlicher Einhaltung der festen Klassenordnung — zwischen den Reichsministerialen Bertoldus de Bruningesheim (Preungesheim) und Heinricus de Bonemese (Bonames). Im Jahre 1220 folgt Hartmudus de Eskeburnen in einer Urkunde unmittelbar hinter Wolframus Ringravius, einem Bolanden. Die Erläuterung dieser und ähnlicher, vorläufig nur kurz erwähnter Namen und Verhältnisse wird später an passender Stelle eingeflochten werden. Zum letzten Male erscheint Hartmut I urkundlich am 19. Dezember 1223.
4. Walter II (5) von Askeburne, 1215—1220, der dritte dieser Brüder, tritt am 31. Juli 1215 am kaiserlichen Hofe in den Urkunden Friedrich II unter vielen Ministerialen auf. Die Geistlichkeit und der höhere Adel stehen ihm voran. Er kommt noch einmal vor im Jahre 1220.